Metzgerei Feisst

Metzgermeister Robert Feißt setzt in Teningen auf Qualität und Tradition und serviert täglich den besten Kartoffelsalat der Region.

 

Er hat bis heute ein großes Faible für die Landwirtschaft, aber eigentlich wollte er Koch werden und war schon ein Jahr bei Franz Keller im Schwarzen Adler in der Ausbildung. Dann starb 1995 unerwartet der Vater, und so entschloss sich der damals 20jährige in den elterlichen Metzgerbetrieb in Teningen einzusteigen und die Tradition in der dritten Generation weiterzuführen. Und wie! Er wurde Innungssieger, Kammersieger, Landessieger, Bundessieger und schließlich Europameister des Metzgerhandwerks. „Wir sind ganz der Region verpflichtet, wir haben keine Filialen, wir machen keinen Schnick-Schnack, sondern möchten unser Handwerk gut machen und sind ein Traditionsunternehmen“, sagt der bescheidene, dennoch sehr bestimmte Meister, „Unser Geschäft mit seinen 20 Angestellten wird von der Familie getragen!“ Seine Frau Heike Feißt nickt, die Mutter des jungen Sohnes Peter ist für das Personal und die gesamte Organisation zuständig. Die Metzgerei Feißt ist zu Recht stolz auf ihre hochwertigen, natürlich alle selbst hergestellten Fleisch- und Wurstspezialitäten und kocht täglich frisch bis zu 70 komplette Mittagessen, die von einem Bringdienst zwischen 11:30 und 12:30 an Privathaushalte, Firmen und Baustellen in der Region ausgefahren werden. „Davon machen auch immer mehr junge, oft berufstätige Frauen mit Kind Gebrauch“ meint Heike Feißt, deren Schwägerin Catherina Keune für den bestens eingeführten Party-Service und das Außerhaus-Geschäft zuständig ist. Direkt neben der Metzgerei ist das ehemalige Gasthaus Krone, hier betreiben die Feißts ein Wirtshaus nur für geschlossene Gesellschaften und bekochen bis zu 70 Personen zu allen denkbaren Anlässen.

IN DER KÜCHE

Robert Feißt ist der Chef der Produktion, er kauft alles selbst beim Erzeuger ein. In Bahligen bei der Firma Ernst wird geschlachtet und dann wird in der eigenen Produktionsstätte in Nimburg zerlegt und verarbeitet. Kenner können bei Feißt in Teningen auch ein großartiges „Cote de Boeuf“ beziehen, das zuvor 3 bis 6 Wochen am Knochen abgehangen wurde. Natürlich sind es Schäufele, Rollschinken, Kinnbäckle, aber auch die dreimal in der Woche frisch hergestellte Kalbslyoner im leicht angeräucherten Naturindarm, die Fleischwurst, Wienerle oder der Fleischkäse, die zu den Klassikern der Metzgerei  gehören. Sie betreut die Fleischtheke wie ihren Augapfel, Mutter Erika Feißt ist die liebenswürdige „Grand Patronne“ des stets geschäftigen Ladens.               

HERKUNFT DER PRODUKTE

Von Freiamt bis Forchheim kauft Feißt seine Rinder, die nicht älter als 2 Jahre sind. Die Schweine werden aus Teningen und  Bad Dürrheim bezogen, das Lamm kommt von der Familie Schwarz aus Kappel. Bruno Siebert aus dem Elsass liefert das Geflügel, der Hofladen der Familie Bressel in Bahlingen den Salat. Das Gemüse kommt von Früchte Blust aus Königschaffhausen.

Der beste warme Kartoffelsalat der Region wird täglich von Mine Sick und Ellen Reif angerichtet. Dazu nimmt Feißt 1,5 Kg festkochende „Sieglinde“ oder „Selma“ aus Teningen, Forchheim oder Hochdorf, die er in einem Topf mit leicht gesalzenem Wasser 1 Std. kocht, bis sie den Gabeltest bestehen. Danach lässt man die Kartoffeln abkühlen, mindestens 15 Min., bis diese handwarm sind. Nach dem Schälen werden sie mit einem Küchenhobel in feine Scheiben geschnitten. In einer großen Schüssel werden die gehobelten Kartoffeln mit zwei Prisen Salz, etwas frisch gehobelten Muskat und etwas frisch gemahlenen Pfeffer gewürzt, dann kommen 0,2 L warme Schäufelebrühe (das macht den unverwechselbaren Geschmack aus!) und 3 EL Weinbrandessig dazu. Nach 30 Minuten werden noch 3 EL möglichst geschmacksneutrales Sonnenblumenöl, Feißt bevorzugt Livio, unter gehoben.

AUF DEM TELLER

Badischer geht’s fast nicht mehr. Schäufelescheiben, die nicht gegen, sondern mit der Faser geschnitten werden und warmer Kartoffelsalat, schlicht ein Hochgenuss, nicht nur für die Weihnachtszeit. Inhaber geführte Handwerksbetriebe, in der die Großfamilie jeden Tag für Qualität und traditionelle Fertigungsmethoden stehen, die sich der Region verpflichtet sehen, sind ein großes, unbedingt erhaltenswertes Kulturgut. Besuchen sie die Metzgerei Feißt und versuchen sie mit Schäufele mit Kartoffelsalat  selbst ihr Glück am Herd! Guten Appetit!

Christian Hodeige

 

 

BADISCHES SCHÄUFELE MIT KARTOFFELSALAT

 (4 Portionen)

1,5 Kg Schäufele ohne Knochen, 1 gespickte Zwiebel, Salz

1,5 Kg festkochende Kartoffeln, möglichst „Sieglinde“ oder „Selma“, Salz, frische gehobelte Muskatnuss. Pfeffer, 0,2 L Schäufelebrühe, 3 EL Weinbrandessig. 3 EL Livioöl

 

ZUBEREITUNG

Für das badische Schäufele mit Kartoffelsalat für 4 Personen nimmt Feißt 1,5 Kg Schäufele ohne Knochen, das er 5 Tage in der Lauge hat ziehen lassen und das Fleisch so seinen typischen Geschmack bekommt. Industriell gefertigte Schäufele durchlaufen oft nur wenige Stunden diesen Prozess. Dann setzt er einen Topf mit Wasser und einer gespickten Zwiebel an und lässt das Schäufele darin 1 ½ Std. simmern, nicht kochen! Wer einen  Dampfgarer besitzt, dämpft das Schäufele bei 80° ebenso für 1 ½ Std.

 

 

Metzgerei Feißt
Riegeler Straße 2
79331 Teningen
+49 7641 8446
info@feisst-metzgerei.de
www.feisst-metzgerei.de

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Ein ganzes Leben für Schokolade – Stefan Herget
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